Meine „Krankheiten“

Hallo meine Lieben 😊

Ich möchte heute mal über etwas schreiben, was ich die letzten 10 oder 11 Jahre quasi totgeschwiegen habe. Ich weiss nicht mehr genau wann es angefangen hatte, aber zirka als ich 19 oder 20 Jahre alt war. Ich war in einer gewöhnlichen Jahreskontrolle bei meiner Frauenärztin als mein Blutdruck zum ersten Mal zu hoch war. Danach begann eine nicht enden wollende Serie von Arztbesuchen und Abklärungen. Ich musste von einem Spezialisten zum nächsten und keiner fand etwas heraus, weshalb dieser Blutdruck so hoch war. Ich musste röntgen, EKG und MRI machen, ettliche Blutabnahmen… an eine Blutabnahme erinnere ich mich noch gut. Dort wollten sie glaube ich irgend eine Veränderung von Hormonen testen. Dort nahmen sie mir im stehen und unter Bewegung Blut ab, da fiel ich einfach in Ohnmacht 😅 Erst bei einer Ultraschalluntersuchung fand dann irgendeine weitere Spezialistin Zysten auf meinen Nieren und seither sind einfach diese Schuld an meinem Blutdruck 🙈 Ich bekam dann Tabletten verschrieben. Anschliessend folgten einige Jahre die vermutlich nicht sonderlich klug waren. Ich nahm die Tabletten nie und ging einfach auch nicht mehr zum Arzt. Nur die Jahreskontrolle bei der Frauenärztin machte ich weiterhin und diese erinnerte mich jedes Mal, dass ich unbedingt diesen Blutdruck in den Grif bekommen müsse. Irgenwann überwand ich mich dann, wieder zum Hausarzt zu gehen und seither nehme ich mehr oder weniger brav meine Tabletten. Und lasse regelmässig die Nierenfunktion testen.

Diese Jahre, in denen ich nichts getan hatte, waren einfach bescheuert. Ich hatte mir immer eingeredet, ich wolle diese „Krankheit“ anders bekämpfen als mit Tabletten. Das wäre grundsätzlich keine schlechte Idee gewesen… wenn ich dann auch etwas getan hätte. Da ich aber nichts getan und nur gewartet hatte, war es einfach nur ignorant. Ich versuche auch jetzt immer wieder Alternativen. Aber wenn ich merke, dass es nichts bringt, nehme ich wieder die Tabletten. Ich glaube, ich hatte nicht nur gegen die Tabletten etwas. Ich wollte mir selbst einfach nicht eingestehen, diese „Krankheit“ zu haben. Es erschien mir eine Schwäche und das konnte ich nicht gebrauchen (wie mal in meinem Beitrag Das Starke und das Schwache geschrieben).

Mittlerweile sehe ich das ganze etwas anders. Ich bin natürlich immer noch nicht überglücklich das zu haben, aber es ist inzwischen okay. Die Tabletten vertrage ich gut und die Arztbesuche machen mir nichts mehr aus. Wenn ich es irgendwann schaffe den Blutdruck anders runter zu bringen, dann umsobesser. Aber bis dahin ist es auch in Ordnung. Es geht mir gut und das ist ein Teil meines Lebens. Ich möchte einfach allen ans Herzen legen, sich regelmässig kontrollieren zu lassen. Und wenn Ihr nichts mit der Schulmedizin anfangen könnt, dann macht etwas anderes, aber macht nicht einfach NICHTS. Das kann ganz schön in die Hosen gehen auch wenn unser Körper sehr viel aushalten kann.

Mir ist bewusst, dass es viele Menschen mit weitaus schlimmeren Krankheiten gibt, die einem auch viel mehr einschränken im Alltag. Ich will das nicht vergleichen und ich weiss, dass ich nie in deren Schuhe gelaufen bin und mich nicht in ihre Situation versetzen kann. Ich kann Euch nur meine Sicht und meine Erfahrungen berichten und hoffe, dass Euch das trotzdem auf irgend eine Art und Weise behilflich ist ❤

Also wenn Ihr auch irgendwelche Krankheiten habt, lasst Euch (im Rahmen des Möglichen) nicht davon einschränken und auf gar keinen Fall schämt Euch für sie. Aber es bringt auch nichts, sie zu ignorieren, wie ich es so viele Jahre getan habe. Integriert sie einfach un Euer leben. Akzeptiert sie und fragt Euch, was Ihr von ihr lernen sollt. Es wird einen Grund haben, dass sie da ist 🙏❤

Passt auf Euch auf und bis bald 😘

by jutzi

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