Macht Liebe blind?

Hallo Ihr lieben 😊

Vielleicht erinnert Ihr Euch, dass ich vor vielleicht einem halben Jahr Angst hatte, meine Schmetterlinge verloren zu haben. Naja, dann kamen sie wieder und ich flog wieder auf die Fresse 🙈 Mein Gefühlsleben ist seit Monaten wieder die reinste Achterbahn. Manchmal frage ich mich echt, warum ich das so lange mitmache oder mitgemacht habe. Ich wollte Euch eigentlich schon lange wieder updaten, aber da sich die Situation jeden zweiten Tag wieder geändert hat, wusste ich gar nicht was schreiben 😂

Daher fange ich jetzt wohl am besten einfach von vorne an…

Ende November oder Anfang Dezember… ich weiss nicht mehr ganz genau wann… habe ich wieder mal einen Typen… nennen wir ihn D* haha 😂… kennengelernt. Auf dieser App, von welcher ich Euch auch schon erzählt hatte… Tandem. Ich habe auf dieser App immer nur den Jungs zurückgeschrieben, die mir gefallen haben. Ich weiss, sehr oberflächlich… geht eigentlich gar nicht. Aber ich bin ja auch nur ein Mensch 😂 Naja, worauf ich hinauswill, D* hatte mir eigentlich nicht so sehr gefallen und ich weiss auch gar nicht, warum ich ihm zurückgeschrieben habe. Jedenfalls ist etwas Komisches passiert. Wir haben irgendwann Nummern ausgetauscht und von da an habe ich die Tandem-App nie wieder benutzt. Auch sonst nichts… ich habe mit keinem anderen Typen mehr geschrieben von einem Tag auf den anderen. Ich weiss nicht wieso, das ist einfach so passiert. Vielleicht denkt ihr jetzt „was ist daran komisch?“ 😂 naja, ich habe in den letzten zwei Jahren halt immer mit mehreren geschrieben und auch mehre gleichzeitig gedatet und so… das war eigentlich für mich normal geworden 😅

Also jedenfalls seit dieser Zeit, hatten wir tagtäglich eigentlich sehr intensiven Kontakt. Mindestens geschrieben haben wir jeden Tag, oft haben wir auch Whatsapp-Videocall gemacht. Ach so, ich muss vielleicht noch erwähnen, dass er in Deutschland gelebt hat, deshalb konnten wir uns nicht treffen. Die Schweiz steht nämlich seit Monaten bei den Deutschen auf der Quarantäneliste. Schon von Anfang an, hatten wir regelmässig Streit. Für mich war das etwas ganz Neues, ich streite sehr selten mit Leuten. Und in meiner Langzeitbeziehung hatte ich sowie so gut wie nie Streit. Wennschon, dann hatte ich dort mit mir selbst gestritten. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich nicht damals schon den Kontakt abgebrochen habe. Macht doch irgendwie alles gar keinen Sinn, wenn man sich so oft streitet, oder? Ich glaube, was mich zum Bleiben veranlasst hatte, waren die Gespräche, die wir immer nach dem Streit hatten. Wir hatten wirklich immer sehr, sehr gute Gespräche und er sagte Dinge, die ich mir immer gewünscht hatte, dass sie jemand zu mir sagt. Er war auch immer sehr ehrlich und offen zu mir. Vielleicht war das der Grund, warum ich immer weitergemacht habe. Ich kann es mir nicht anders erklären.

Im Februar kam er dann schliesslich zu mir. Er hatte wirklich in Deutschland alle Zelte abgebrochen und kam mit seinem Hab und Gut zu mir. Ein bisschen etwas davon habt Ihr ja schon mitbekommen, wenigstens, dass es nicht gut geendet hatte. Naja, da haben wir uns schon ein bisschen viel aufgebürdet. Wir lebten in dieser kleinen Einzimmerwohnung, hatten den ganzen Druck und Stress der Jobsuche, hatten uns noch nie zuvor getroffen, sprachen verschieden Sprachen (er ist Italiener),… wir stritten wieder mindestens jeden zweiten Tag. Mehre Male wollte er einfach alles hinschmeissen und zurück nach Deutschland gehen. Jedes Mal konnte ich ihn davon überzeugen zu bleiben. Bis ich irgendwann in der Nacht aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte. Ich realisierte, dass es nichts brachte, wenn ich ihn hierbehalten wollte. Er sollte hierbleiben, weil er das von sich aus wollte, nicht weil ich es wollte. Wir redeten und entschieden gemeinsam, dass er zurückgehen würde. Ich war sehr traurig und doch irgendwie auch erleichtert. Danach ist das passiert von meinem Geburtstag, was ich Euch ja schon erzählt habe, wo er mir nicht mal gratuliert hatte. Kurz darauf hat er sich bei mir gemeldet und sich wie immer hundertmal entschuldigt und gesagt, dass er mich lieb hat, blablabla…

Wir entschieden, Freunde und in Kontakt zu bleiben. Auch hier weiss ich nicht, warum ich das getan habe. Was bringt mir ein Freund in Deutschland, der mich Scheisse behandelt, wenn ich doch hier die besten Freunde der Welt habe…. Ich kann das nicht erklären.

Wir haben aber nicht miteinander geschrieben wie Freunde. Immer waren Herzchen und Küsschen mit dabei und wir haben auch weiterhin oft telefoniert und so weiter. Irgendwann wollte er dann klären, was das mit uns sei. Er wolle keine Fernbeziehung, da er nicht glaube, dass er so treu sein könne. Er wollte aber trotzdem irgendwie so weitermachen, wie bisher. Naja, was soll ich sagen…. Er nutzte mich wohl ein wenig aus… er hatte sonst niemand anderes ausser mich. Aber für mich kam die Sache auch nicht ungelegen. Ich hatte keine Lust, jetzt jemanden anderes kennenzulernen, vor meinen „grossen Ferien“ im Juni. Und mir war aber auch langweilig, wenn ich niemanden zum „Flirten“ hatte. Also liess ich mich auf die Sache ein und dachte, auch dabei zu profitieren.

Auch jetzt hatten wir aber immer wieder unsere Hochs und Tiefs. Und auch jetzt stritten wir uns wieder regelmässig. Die Details erspare ich Euch.

Irgendwie schweisste uns das Ganze doch immer mehr zusammen. Ich weiss nicht warum. Bei dieser ganzen Geschichte gibt es für mich nichts Rational-Erklärbares.

Eines Abends, nachdem wir wieder gestritten hatten, lag ich heulend in meinem Bett und fragte mich, weshalb ich das alles tat. Ich war mir sicher, dass ich das nicht brauchte, dass ich einfach mein Leben geniessen wollte, dass es mir doch viel besser ging ohne ihn. Warum konnte ich nicht einfach aufgeben?! Ich wusste nicht, ob ich stark genug war, dieses Auf und Ab weiter auszuhalten. Ich wusste nicht, ob es überhaupt etwas bringen würde… was hatte ich denn eigentlich von all dem? Hatte ich mir das wirklich so für mein Leben gewünscht? Klar, ich hatte mir jemanden gewünscht, der mir die Stange halten konnte und mir auch mal die Meinung sagte… aber jetzt hatte ich das Gefühl, in einem täglichen Kampf zu sein… und das machte mich müde. Ich wollte endlich verstehen, was es ist, was ich hierbei lernen sollte. Ich war völlig verzweifelt und flehte um ein Zeichen. Ich flehte um ein Zeichen, ob ich nun lernen sollte loszulassen, oder ob ich lernen sollte, mich vollkommen auf jemanden einzulassen. Solange ich nicht wusste, welches von beidem ich lernen sollte, wie sollte ich dann wissen, was ich tun sollte? In welche Richtung ich gehen sollte? Das machte mich echt fertig. Ich dachte an unsere Gespräche. Ich konnte diesen Menschen anschauen und fühlte so viel Liebe. Ich wollte für ihn da sein, wollte mit ihm wachsen, wollte es mit ihm schaffen. Fünf Minuten später sagte er wieder etwas, das mir das Herz zerriss.

In der gleichen Nacht rief D* mich an und sagte mir, dass er mich liebe. Wie immer hatten wir ein unglaublich gutes Gespräch und er sagte genau die richtigen Worte und konnte mir alle Angst nehmen. Ich war einfach nur glücklich und für mich war klar, dass das mein Zeichen war, um das ich gebeten hatte. Ich heulte wieder, aber dieses Mal vor Glück.

Das Glück hielt wieder nicht lange an. Keine 24 Stunden später war D* wieder total kalt zu mir und liess mich völlig links liegen. Und das, nachdem er all diese Dinge zu mir gesagt hatte. Für mich war klar, die Geschichte jetzt beenden zu müssen. Ich sagte ihm, dass ich so nicht weitermachen könne und wünschte ihm alles Gute für sein Leben. Wir verabschiedeten uns, ich löschte seine Nummer. Am Abend rief er mich an und flehte mich an, im noch eine Chance zu geben. Er war der erste Mann in meinem Leben, der bereit war, unsere Beziehung nicht sofort aufzugeben. Aus diesem Grund entschied ich mich, es nochmals zu versuchen. Wir buchten zwei Zugtickets und planten fürs nächste Wochenende, dass er mich besuchen kommen würde. Kurz vor diesem Wochenende kam das nächste Tief. D* wollte plötzlich nach Australien abhauen. Er fragte mich schon zuerst, ob ich mitgehen wolle. Aber für mich kam das im Moment nicht in Frage. Vielleicht in ein paar Jahren, aber jetzt zog es mich überhaupt nicht in dieses Land. Ich wollte aber auch nicht seinen Träumen im Weg stehen und sagte ihm, dass ich ihn nicht davon abhalten würde. D* entschied sich dann, dass er nicht ohne mich gehen würde… er wolle, dass ich seine Familie sei, blablabla…

Unser gemeinsames Wochenende war wunderschön. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen. Ohne Streit. Wir konnten es richtig geniessen ❤

Nur wenige Tage später sagte er mir, dass er mit zwei anderen Frauen gef**** habe. Das ist jetzt der Momentane Stand. Genau am gleichen Tag ist per Post mein Pulli gekommen mit der Rosaroten Brille drauf. Was für eine Ironie. Ich war unglaublich enttäuscht und angewidert. Und ich weiss wirklich nicht, was ich tun soll. In seinen Augen waren wir ja nicht ein Paar. In meinen Augen, hatte er mir gesagt, dass er mich liebe, dass er nur mich wolle, dass er für immer mit mir wein wolle usw…. in meinen Augen waren wir ein Paar. Ich will Euch eigentlich nicht fragen, was ihr tun würdet in meiner Situation. Mir ist klar, was Eure Antwort wäre. Ich weiss aber nicht, was ICH tun soll und tun will. Natürlich denke ich, dass ich das alles nicht nötig habe. Und ich frage mich auch ernsthaft, warum ich das alles so lange mitgemacht habe. Ich frage mich auch, was ich von dieser „Beziehung“ habe. Das weiss ich nämlich nicht. Trotzdem ist da einfach dieses komische Gefühl in mir, dass mir sagt, dass ich noch nicht gehen darf… irgendwas in mir lässt mich einfach ruhig werden und sagt mir, ich soll bleiben. Was ist das? Ich verstehe es nicht…

Wisst ihr, mit meinem „Wissen“, das ich vor einigen Monaten gehabt habe, hätte ich vielleicht die Geschichte längst beendet. Blöderweise habe ich jetzt aber dieses Buch gelesen „Liebe radikal“, welches ich Euch auch noch vorstellen werde. Veit (der Autor) und Andrea (seine Frau) hatten wirklich keinen einfachen Start in ihre Beziehung. Veit ist Andrea sogar auch fremdgegangen. Mehrere Male, wenn ich das richtig verstanden habe. Und trotzdem ist sie geblieben und sie sind glücklich. Seit 28 Jahren (glaube ich). In diesem Moment würde ich sehr gerne mit dieser Andrea sprechen und sie fragen, wie sie das geschafft hat. Ich glaube, ich werde sie einfach mal anschreiben. Vielleicht antwortet sie mir ja 😊

Naja, jetzt seid Ihr wieder up to date…

Ich wünsche mir, dass ich Euch das nächste Mal eine schöne Liebesgeschichte mit Happy End bieten kann. Auch wenn ich weiss, dass solche Storys wie diese hier für Euch spannender zu lesen sind 😋

Haltet die Ohren steif 😉

Bis bald 😘

by jutzi

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